Liebe Jägerinnen und Jäger,
eigentlich sollte das Jahr 2020 ein großartiges Jägerfestjahr werden. Und wir hatten uns – wie an anderer Stelle schon ausführlich berichtet – in dieser Hinsicht einiges vorgenommen, was dann leider nicht umgesetzt werden konnte. Dass es trotz der unsäglichen Corona-Pandemie dennoch zahlreiche Aktivitäten im Jägerverein gegeben hat, liegt an der Initiative zahlreicher Einzelpersonen und Gruppen, bei denen ich mich herzlich für ihr Engagement bedanken möchte.
So konnten wir in diesem Jahr unser Orchester endlich mit gescheiten Uniformjacken ausstatten – und dies dank zahlreicher Einzel- und Großspenden kostenneutral. Ein großes Dankschön an alle, die diese Aktion finanziell und organisatorisch unterstützt haben!
Auch die Jäger-Legos (Jägos) haben in diesem Jahr hohe Wellen geschlagen. Zahlreiche Berichte in den unterschiedlichsten Medien zeugen von der Besonderheit dieser Aktion, mit der wir trotz des ausgefallenen Jägerfestes rund um den Festtermin eine gute PR erzielen konnten. Kaum jemand mag ermessen, wie viel Zeit und Detailarbeit in dieses tolle Projekt geflossen ist. Auch hierfür vielen Dank an alle Beteiligten!
Zum Jägerfesttermin haben wir der Pandemie zum Trotz dann doch einige kleinere Veranstaltungen durchführen können. Unser Dank gebührt hier den zahlreichen Helfern im Hintergrund, aber auch den Mitarbeitern des Ordnungsamtes, die sich konstruktiv gezeigt und uns durch Rat und Tat unterstützt haben. Am „Jägerfest-Samstag“ feierten wir einen festlichen Gottesdienst, den wir aufgrund des Wetters leider vom Marktplatz in die Kirche verlegen mussten. Auch wenn viele Menschen einen großen Beitrag hierzu geleistet haben, möchte ich an erster Stelle Detlef Trompeter danken, der uns mit seiner Erfahrung und seinem Organisationsgeschick hervorragend unterstützt hat. Im Anschluss an den Gottesdienst gab‘s im Garten des HNJ einen Empfang für die Abordnungen der Gastvereine, die schon in der Kirche zahlreich vertreten waren. Wir hätten dies alles viel lieber in einem größeren Rahmen durchgeführt, was jedoch wegen der strengen Auflagen nicht realisierbar war. Zumindest konnten wir aber während des Empfangs noch unsere Jubiläumskönigspaare ehren. Tags zuvor hatte der Vorstand bereits an der Wahl des neuen Schützenobersts Christian Dräger im bemerkenswerten Ambiente der Johanneskirche teilgenommen, in die unsere Freunde von der Schützenbruderschaft ausgewichen waren.
Beim Malwettbewerb rund ums Jägerfest sind sehr schöne Bilder eingegangen. Angedacht ist, einige der preisgekrönten Exemplare auf den Plakaten zum nächsten Fest zu veröffentlichen. Auch bei den „Jägerstunden“ gab es viele kreative und witzige Beiträge, sodass ein buntgestalteter Überblick über die Aktionen rund um das Jägerfest-Wochenende entstanden ist.
Mittlerweile haben ca. 15 Damen Maß für die neue Jägerinnen-Uniform nehmen lassen. Und es gibt weitere Interessentinnen. Im Frühjahr 2021 soll deshalb ein neuer Vermessungstermin eingerichtet werden. Aktuell rechnen wir mit ca. 25 Damen, die im nächsten Jahr die neuen Kleider tragen möchten. In diesem Zusammenhang möchte ich nicht vergessen, zu erwähnen, dass unser sonstiges Uniformzubehör zukünftig bei La Fiancée in der Mendener Straße erworben werden kann.
Bereits seit einiger Zeit überarbeiten wir unsere Homepage. Die Seiten sollen jetzt nach und nach fertiggestellt werden. Das Gleiche gilt für unsere Mitgliederverwaltung, die wir gerade ebenfalls umbauen. Es hat sich herausgestellt, dass bei vielen Mitgliedern die E-Mail-Adressen aktualisiert werden müssen. Über das neue Programm können nach Fertigstellung zukünftig endlich Serienbriefe oder Newsletter an alle Mitglieder übermittelt werden, sodass wir dann nicht mehr den Weg über die Kompanien gehen müssen. Auch in der Vorstandsarbeit kommen wir langsam aber sicher im 21. Jahrhundert an. So konnten wir am 5. November die erste virtuelle Gesamtvorstandssitzung durchführen, ein durchaus gewöhnungsbedürftiges Verfahren, aber tatsächlich ein voller Erfolg.
Für den ausgefallen Martinszug haben wir im November in allen Neheimer Kindergärten Brezeln verteilt. Dank des wochenlangen Einsatzes unseres Königspaares bekam in Absprache mit den jeweiligen Leitungen jedes Kind eine Martinsbrezel überreicht. Leuchtende Kinderaugen waren ein angemessener Lohn für die viele Arbeit.
Seit einigen Wochen werden auf unseren Social-Media-Kanälen regelmäßig Videos veröffentlicht, in denen einige Jäger als „Märchenonkels“ tätig werden. Ehemalige Hauptleute, Adjutanten und Obristen des Vereins lesen dabei Märchen und klassische Geschichten vor. Diese sollen ein wenig Abwechslung in die triste Lockdownzeit bringen, eine Alternative zum üblichen Fernsehprogramm bieten und auch den Eltern eine kleine Auszeit gönnen.
Trotz der besonderen Umstände war auch unsere diesjährige Wunschbaum-Aktion wieder ein voller Erfolg. Es dauerte keine 90 Minuten, bis alle 87 Wunschzettel am perfekt auf die Pandemie abgestimmten Infostand ihren Abnehmer gefunden hatten. Pro Minute konnte also ein Kinderwunsch erfüllt werden, wofür wir uns bei allen Teilnehmern, aber auch bei den Organisatoren herzlich bedanken möchten. Die Geschenke wurden in der Marienapotheke gesammelt und in der vergangenen Woche bereits an die Kinder in Marienfrieden übergeben.
Auch die Postkarten-Aktion, die in diesem Jahr erstmals begleitend zum Wunschbaum stattfand, ist sehr gut angelaufen: Bislang wurden weit über 100 Sets verkauft. Die Sets bestehen aus jeweils zehn Motiv-Postkarten mit Bezug zum Neheimer Stadtbild oder zum Jägerverein. Dieter Meth, Hauptmann unserer 4. Kompanie, stellte hierfür seinen persönlichen Foto-Fundus zur Verfügung. Mit Unterstützung von Brillen Rottler und durch die Werbeagentur Axel Bittis Kommunikationsdesign konnten wir das Projekt dann entsprechend realisieren.
Abschließend möchte ich noch das Thema ansprechen, das alle Vereinsmitglieder wahrscheinlich am brennendsten interessiert, nämlich die Frage danach, ob wir im nächsten Jahr ein Jägerfest feiern können. Ehrlich gesagt, habe ich darauf keine Antwort. Innerhalb des Vorstands sind wir verschiedene denkbare Szenarien durchgegangen, eine seriöse Einschätzung ist momentan allerdings unmöglich. Niemand vermag tatsächlich abzusehen, wie sich die Pandemielage im nächsten Sommer darstellen wird. Wir haben uns innerhalb des Vorstands zum Ziel gesetzt, Ende Februar, spätestens aber Anfang März, eine Entscheidung bzgl. eines Jägerfestes 2021 zu treffen. Wir werden alles daran setzen, ein Fest auf die Beine zu stellen, müssen aber bei aller guten Absicht berücksichtigen, dass wir sowohl gesundheitliche und hygienische Belange, aber auch die ökonomischen Anforderungen eines solchen Festes genauestens berücksichtigen müssen. Auch wenn es für unser Vereinsleben unmöglich erscheint, ein weiteres Jahr auf ein Volksfest zu verzichten, können wir nur abwarten und hoffen, dass es machbar ist.
Auch vor diesem Hintergrund erscheint es dringend notwendig, dass wir alle uns in den nächsten Wochen drastisch einschränken und sämtliche organisatorischen und hygienischen Notwendigkeiten hinnehmen. Ein deutliches Absenken der Infektionszahlen und eine hohe Impfbereitschaft sind wohl auch für die Machbarkeit eines Jägerfestes im kommenden Jahr die wichtigsten Voraussetzungen. Und Gleiches gilt für die Durchführung unserer nächsten Mitgliederversammlung, in der wir turnusmäßig die großen Vorstandswahlen durchführen müssen. Sobald eine verantwortungsvolle Durchführung realistisch erscheint, werden wir die Organisation in die Wege leiten und euch zeitnah darüber informieren.
Liebe Jägerinnen und Jäger, das vergangene Jahr hat uns allen deutlich gezeigt, wie wichtig unsere Gesundheit ist und welche Bedeutung ihr Schutz und der Schutz der Schwächeren in unserer Gesellschaft haben. Wir alle mussten uns zu diesem Zweck mit massiven Einschränkungen in privater, beruflicher und gesellschaftlicher Hinsicht abfinden. Viele von uns sorgen sich aktuell wieder um ihren Arbeitsplatz, um die eigene Gesundheit und um das Wohl ihrer Familien. Obgleich ein Verein in dieser Situation nicht an erster Stelle steht, können die Geselligkeit und die Unbeschwertheit, die wir bei unseren Veranstaltungen und vor allem beim Jägerfest erleben dürfen, Abwechslung und Ausgleich für Entbehrungen an anderer Stelle sein. Gerade auch deswegen hoffe ich, dass wir uns im kommenden Jahr wiedersehen und endlich wieder miteinander feiern und unbeschwerte Stunden verbringen können.
Und so wünsche ich euch ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr. Bleibt gesund und passt auf euch und eure Lieben auf!
Es grüßt euch mit einem dreifachen Horrido euer
Heinrich Veh
(Oberst)

